Projektübersicht

Musikunterricht in Zeiten von Integration und Inklusion muss einen einfachen Einstieg in das Musizieren in einer Gruppe bieten. Der einfachste Einstieg gelingt über das Trommeln in Verbindung mit Tanzen und Singen. Für diese Methode benötigen alle Teilnehmer die gleichen Trommeln, hier Djembes. Wir benötigen zur Finanzierung von 22 hochwertigen Djembes und einer Vielfalt anderer kleiner Rhythmusinstrumente 8800 Euro. Alles andere ist organisiert. Der Musikunterricht kann dann sofort starten.

Kategorie: Bildung

Stichworte: Unterricht, Rhythmus, Resilienz, Musik

Finanzierungszeitraum 22.12.2017 23:59 Uhr

Realisierungszeitraum des Projektes: Weihnachten 2017

Worum geht es in diesem Projekt?

Wir wollen nicht jammern! Wir wollen Spaß! Und zwar Spaß durch, mit und an Musik. Die Rheinische Post schrieb 2004: 80% des Musikunterrichts an Grundschulen in NRW fallen aus (http://www.rp-online.de/panorama/wissen/bildung/experte-fordert-besseren-musikunterricht-aid-1.1618279). 2017 teilte der Deutschlandfunk mit: 80% des Musikunterrichts an Grundschulen in der BRD fallen aus (http://www.deutschlandfunk.de/musikunterricht-in-der-schule-ausverkauf-musikalischer.1992.de.html?dram:article_id=382783).
Jetzt könnte man ja wirklich jammern. Aber das wollen wir nicht. Wir wollen Musik in unsere 4. Aachener Gesamtschule bringen. Und zwar Musik, bei der alle mitmachen können, egal, wie viel Musikunterricht sie in der Grundschule hatten, egal, ob sie in ihrer Freizeit eine Musikschule besuchen oder nicht. Wie soll das gehen? Das fangen wir mit dem an, was die Menschen schon vor Urzeiten gemacht, ja zelebriert haben: Mit Rhythmus und Stimme, mit Trommeln, Singen und Tanzen. Aus diesen Zutaten entstehen Groove, Gemeinschaft, Verbundenheit und Freude.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Wir haben die rhythmische Erziehung in unserem Lehrplan verankert. Es ist nicht nur ein Bildungsauftrag, sondern auch ein Erziehungsauftrag. Beide wollen wir erfüllen, indem wir als erstes eine geeignete Sammlung von Musikinstrumenten bereitstellen: 22 Djembes und perkussive Kleininstrumente, um mit einer Klasse zu musizieren. Und zwar zweimal pro Woche á 2 Stunden = 4 Stunden pro Woche für ein Halbjahr. Unsere Kulturfächer werden nämlich immer mit 4 Wochenstunden unterrichtet. Das ist fest verankert. Das heißt, wir könnten mit 22 Djembes etc. gewährleisten, dass jede Schülerin und jeder Schüler bei uns 80 Stunden Trommelunterricht erhält. Damit könnten alle Schülerinnen und Schüler bei uns ihren Rhythmus finden und miteinander grooven lernen. Da neben der musikalischen Bildung beim Trommeln urmenschliche Bedürfnisse angesprochen und befriedigt werden, hat das gemeinsame Trommeln auch vielfältige andere Wirkungen: Nämlich einen positiven fördernden Einfluss auf Konzentration, Motorik, Kommunikation und Resilienz (http://tt-schlagfertig.com/Trommeln_als_Therapie.pdf). In Zeiten von Inklusion und Burn-out quasi unentbehrlich!

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Weil wir nicht länger warten wollen. Die Trommeln fallen nicht vom Himmel. Wir haben einen erfahrenen Trommellehrer, Herrn Aris Papanikolaou, der uns Lehrern zeigen kann, wie man mit Klassen zu tiefen Rhythmus-Erfahrungen gelangt. Er übernimmt den Unterricht für ein Halbjahr und interessierte Lehrer nehmen daran teil. Zusätzlich lassen wir Lehrer uns von ihm fortbilden, um seine Trommelschule unseren SchülerInnen auf Dauer zugänglich zu machen. Wir wollen damit einen musikalischen Grundstein legen. Die Rhythmus-Erfahrungen sind übertragbar auf alle möglichen Instrumente und schaffen damit die Grundlage für weitere musikalische Projekte, wie zum Beispiel eine Big Band, ein Orchester oder ein Musical.
Wir hatten am 17.10.2017 eine erste Trommelstunde mit „unserem Trommelmeister“ in der Schule, eine Art Schnupperstunde für drei interessierte Lehrer und acht SchülerInnen. Wir waren alle begeistert. Wir sind durch diese Erfahrung überzeugt, dass Herr Papanikolaou mit seinem Unterrichtskonzept die Schule zum Grooven bringen kann.
„Trommeln für alle“ sehen wir auch als Pilotprojekt, das wir gerne wissenschaftlich begleiten lassen würden. Dazu werden wir die bereits bestehenden Kontakte zur RWTH nutzen.
Die Trommelmethode „drum and flow“ ist ein tiefgehender Einstieg in die Musik.
Unser Unterrichtsprojekt könnte also der Beginn einer größeren Sache sein: Die Verwirklichung eines förderlichen Settings, das allen in der Schule ermöglicht, nicht nur ihr rhythmisches Potenzial zu entfalten sondern letztlich auch ihr persönliches - und zwar unabhängig von Vorerfahrung, Herkunft und Alter.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit den 8800,- € schaffen wir die sächlichen Mittel an, mit denen wir Lehrer und Schüler mit dem Trommellehrer zusammen arbeiten werden. Konkret: 22 hochwertige Djembes, zwei Koffer mit Kleinperkussion wie Caxixi, Guiro, Agogo, Cabassa, Kuhglocke etc. und eine kleine Musikanlage. Leider fehlt unserer Schule, die sich noch im Aufbau befindet, diese Grundausstattung. Wir haben aber sehr gute Räumlichkeiten, unter anderem einen Extra-Raum zum sicheren Lagern bzw. Beiseitestellen der guten Musikinstrumente. Diese Ausstattung ist der Grundstock für den Musikunterricht mit 20 Schülern – das entspricht der Gruppengröße in unseren sogenannten Kulturwerkstätten. Mit der Grundausstattung werden wir ab dem 5. Februar 2018 im Rahmen des Werkstattunterrichts den Trommel- und Rhythmuskurs „drum and flow“ mit Herr Papanikolaou und ein bis zwei weiteren Lehrern durchführen. Diese Rhythmusschule wird dann fester Bestandteil unseres Musikcurriculums und unser Schulleben bereichern.

Wer steht hinter dem Projekt?

Viele Gruppen an der 4. Aachener Gesamtschule stehen hinter diesem Projekt. Das sind zuerst viele musikbegeisterte SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern, Herr Papanikolaou selbst, außerdem die Fachkonferenz Musik, der Förderverein und die Schulleitung. Außerdem begleitet und berät uns Dr. Wassili Hinüber in diesem Projekt, der aufgrund seiner Tätigkeit weiß, wie sehr das Trommeln die Resilienz fördert – auch und besonders das Trommeln nach der „drum-and-flow“-Methode von Aris Papanikolaou.