Projektübersicht

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In den vergangenen Monaten flohen hunderttausende Menschen vor Krieg, Verfolgung und Armut nach Deutschland. Viele von ihnen leiden unter Entwurzelung, traumatischen Erlebnissen, unsicherem Aufenthaltsstatus und teils unwürdiger Aufenthaltssituation. PROTHEGE will geflüchteten Menschen mit psychischen Belastungen eine erste Anlaufstelle bieten und ihnen den Zugang zu Psychotherapie erleichtern.

Kategorie: Gesundheit
Stichworte: psychische Gesundheit, Geflüchtete, Therapie, Flüchtlinge
Finanzierungs­zeitraum: 01.07.2016 10:47 Uhr - 01.08.2016 23:59 Uhr
Realisierungs­zeitraum: Oktober 2016 - September 2017

Worum geht es in diesem Projekt?

Geflüchtete Menschen haben aufgrund ihres Aufenthaltsstatus und der therapeutischen Versorgungssituation häufig keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur regelhaften Gesundheitsversorgung. Aus verschiedenen Gründen (z.B. weil die Dolmetscherkosten nicht finanziert werden können oder weil jemand (noch) keine Krankenversicherungskarte hat) ist die Aussicht auf eine psychotherapeutische Behandlung gering. Gleichzeitig ist eine zeitnahe Unterstützung bei psychischen Problemen wichtig, um langfristigen Beeinträchtigungen vorzubeugen.

Genau hier wollen wir ansetzen:

Wir möchten geflüchteten Menschen die Möglichkeit einer stabilisierenden Kurzzeittherapie bieten. Das bedeutet, geflüchtete Menschen können bei uns, unabhängig von der aktuellen Situation der regelhaften Gesundheitsversorgung, bis zu 15 psychologische Gespräche in Anspruch nehmen. Damit wollen wir helfen, das Risiko der Chronifizierung von psychischen Problemen und langfristigen Beeinträchtigungen zu verringern.

Denn: Psychische Gesundheit ist eine notwendige Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben!

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Unser Angebot richtet sich an erwachsene Geflüchtete, unabhängig von Aufenthaltsstatus, Religion, Geschlecht oder Herkunft, die in den unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften im Raum Berlin untergebracht sind.

Durch unser Angebot möchten wir eine erste psychische Stabilisierung erreichen. Diejenigen Menschen, die eine langfristige psychotherapeutische Behandlung benötigen, unterstützen wir dabei, einen Psychotherapieplatz (z.B. Traumatherapie) im Rahmen der Regelversorgung zu finden. Dafür arbeiten wir u.a. mit der Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e.V. (http://kub-berlin.de) und XENION Psychosoziale Hilfen für politisch Verfolgte e.V. (http://xenion.org/) zusammen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Unsichere Aufenthaltssituation, Entwurzelung und mit der Flucht verbundene traumatische Erlebnisse sind häufig schwierig allein zu bewältigen. Mit unserem Projekt wollen wir der Entstehung von psychischen Erkrankungen wie z.B. der Posttraumatischen Belastungsstörung oder Depressionen vorbeugen helfen. Psychische Gesundheit ist wichtig, um am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können und sich ein neues Leben aufzubauen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Nach erfolgreicher Crowdfunding-Aktion sollen zunächst 15 Behandlungsplätze für die stabilisierende Kurzzeittherapie zur Verfügung stehen. In den Therapiesitzungen werden schwerpunktmäßig unterstützende, ressourcenorientierte und Ich-stützende Maßnahmen mit den Flüchtlingen erarbeitet. Mithilfe von etablierten Therapieverfahren (Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie) soll eine erste psychische Stabilisierung erreicht werden, um die Geflüchteten in ihrer neuen Lebenssituation zu stärken. Das bedeutet, dass beispielsweise Strategien im Umgang mit Alltagsthemen entwickelt werden oder wir Unterstützung im Umgang mit Alpträumen oder Traurigkeit geben.

Die Räumlichkeiten in den Institutsambulanzen in ganz Berlin werden von der Berliner Akademie für Psychotherapie kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Koordination und Administration übernimmt unser Arbeitskreis „Therapie für geflüchtete Menschen“ ehrenamtlich.

Zur Unterstützung brauchen wir ausgebildete Dolmetscher_innen, um auch die Menschen zu erreichen, die noch keinen Deutschkurs absolvieren konnten. Hierfür arbeiten wir mit dem Gemeindedolmetscherdienst zusammen (http://www.gemeindedolmetschdienst-berlin.de/).
Im Hintergrund werden wir von erfahrenen Psychologischen Psychotherapeut_innen unterstützt, die das Projekt begleiten und mit Rat zur Seite stehen (Supervisor_innen).

Eine Stunde psychologisches Gespräch wird 60 Euro kosten. Die Kosten verteilen sich folgendermaßen: 60% des Geldes benötigen wir für die Deckung der Dolmetscherkosten, 25% gehen an die Psycholog_innen, die die Gespräche führen und für die Koordination der Termine zuständig sind, 15% erhalten die Supervisor_innen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Wir sind ein Team aus Psycholog_innen, die an der Psychologischen Hochschule Berlin (www.psychologische-hochschule.de) und der Berliner Akademie für Psychotherapie (www.bap-berlin.de) in Verhaltenstherapie oder Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie ausgebildet werden. Im Rahmen der postgradualen Ausbildung behandeln wir bereits eigene Patient_innen unter Supervision.

Im September 2015 haben wir das Projekt „Therapie für Geflüchtete“ gegründet. Seitdem treffen wir uns wöchentlich und haben vorab analysiert, was in der Berliner Hilfelandschaft benötigt wird und wie wir sinnvoll als Psycholog_innen helfen können. Dazu haben wir mit vielen Menschen, die in der Flüchtlingshilfe tätig sind, gesprochen und einen Workshop mit Psychotherapeut_innen in Ausbildung durchgeführt. Die Teilnehmer_innen des Workshops werden im Anschluss der Finanzierung in unserem Projekt einen Therapieplatz anbieten. Erfahrene Supervisor_innen haben uns dabei von Anfang an unterstützt und mit uns gemeinsam unsere Ideen für die Kurzzeittherapie zusammengetragen und ausgewertet.

Wir stehen nun in den Startlöchern und sind bereit!

Jetzt brauchen wir deine Unterstützung. Spende! Like! Share! Hilf uns, unser Projekt in die Tat umzusetzen!