Projektübersicht

Mit einem mobilen Schönheitssalon, in dem Expert*innen mit und ohne Migrationsgeschichte zusammen wirken, wollen wir im ländlichen Raum Deutschlands auf Tournee gehen. Wir öffnen unseren Salon auf Stadtfesten in kleineren Kommunen und laden unsere Gäste während der Schönheitsbehandlungen ein, andere Perspektiven kennenzulernen. Ermögliche uns einen Bus anzuschaffen, auszubauen um Menschen im ländlichen Raum aufzusuchen und mit unserer Botschaft zu erreichen. Wahre Schönheit kommt von Ihnen!

Kategorie: Kunst und Kultur

Stichworte: Ländlicher_Raum, Menschen_mit_Migrationsgeschichte, Schönheit, Weltoffenheit, Perspektivenwechsel

Finanzierungszeitraum 09.11.2017 09:46 Uhr - 12.12.2017 00:00 Uhr

Realisierungszeitraum des Projektes: 02 / – 12 / 2018 > 2019 > 2020

Worum geht es in diesem Projekt?

Schönheitssalons sind per se Räume der Geselligkeit, Intimität und Transformation. Hier wird diskutiert was Groß und Klein bewegt und neue Bilder unserer Selbst und unserer Welt werden entworfen. »Grand Beauty on Tour« ist unsere Antwort auf die Frage, wie wir Rassismus begegnen können, und unseren Mitmenschen mit Migrationshintergrund mehr Teilhabe und -nahme an unserer Gesellschaft ermöglichen können.

Wir wollen ein weltoffenes Ensemble von professionellen Schönheitsexpert*innen in Leipzig aufbauen um Schönheitsaktionen im ländlichen Raum zu veranstalten. Geplant ist einen Kleinbus zum Beauty Mobil auszubauen, um die Tournee zu unternehmen. Für die Interventionen auf unserer Route haben wir Kooperationspartner*innen gefunden, um anlässlich von Stadtfesten in kleineren Kommunen zunächst in Sachsen, später bundes- und EU-weit, zu gastieren. Während des Kinderschminkens, einer Kopfmassage, Rasur oder Henna-Bemalung auf dem Marktplatz wollen wir von unseren Vorstellungen von Identität, Geschlechterrollen, Lebensbedingungen, unseren Ähnlichkeiten und Unterschieden erfahren. Die Schönheitsexpert*innen schöpfen aus ihrem Erfahrungsschatz und erhalten die Möglichkeit, selbst Gastgeber*innen zu sein und ihre außergewöhnlichen Schönheitspraktiken anzubieten.

Wir gestalten geschützte Räume, in denen sich die tatsächliche (Welt)Offenheit der Menschen zeigen kann. Unsere Besucher*innen sind eingeladen, durch die konkrete Begegnung festzustellen, dass es in vielen Punkten Übereinstimmungen mit den noch Fremden geben wird.

Lasst uns eine gute Zeit zusammen haben! Das ist doch, was alle wollen.

Kooperationspartner*innen (Auswahl)
• Frauenkultur e.V. / Frauen in Arbeit, Leipzig
• Alte Spitzenfabrik, Grimma
• ORTe der Soziokultur, Weißwasser (Běła Woda)
• Alte Rollschuhbahn, Bad Lausick
• Bürgerverein Chemnitzer City e.V.

bisher geplante Stationen:
Markkleeberg, Grosspösna, Borna, Riesa, Hoyerswerda, Löbau, Zittau, Mittweida, Pirna, Freital, Chemnitz, Aue, Oelsnitz, Reichenbach, Zepernick (Brandenburg), Grünstadt (Rheinland-Pfalz), Ichenhausen (Bayern)

Vorschläge für weitere Stationen bitte an grand-beauty-on-tour(at)fraukefrech.de senden.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Ziele
Unser Vorhaben soll dazu beitragen, dass sich die pluralistische Realität in unserer Gesellschaft auch im ländlichen Raum selbstbewusst zeigt und Vorurteile abgebaut werden können. Wir wollen zu neuen, aufgeklärten Perspektiven beitragen, Hintergründe z.B. hinsichtlich verschiedener Geschlechterkonzepte klären und dabei unterstützen Sprachbarrieren abzubauen. Wir wollen Menschen an ihre eigene, schlummernde Empfindsamkeit, Neugierde und ihr Mitgefühl erinnern, statt sie eines besseren belehren zu wollen.

Zielgruppen
»Grand Beauty on Tour« ist ein Projekt, das sich per se an alle Interessierten wendet. Besonders im ländlichen Raum des In- und Auslands richtet sich unser Angebot an Kinder ab 5 Jahren und ihre Eltern, Jugendliche sowie Menschen zwischen 20 und Mitte 50, aber auch Senior*innen aller lokal vertretenen Bevölkerungsgruppen. Menschen mit Flucht- bzw. Migrationsgeschichte, die eine Ausbildung in der Schönheitsbranche gemacht haben und/oder sich als Künstler*innen verstehen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Die Wahlergebnisse und Schlagzeilen der jüngeren Vergangenheit aus Deutschlands ländlichen Regionen sind alarmierend und rufen dazu auf etwas zu tun. Wir dürfen nicht wie gelähmt zuschauen, sondern sollten unkonventionelle Ansätze erproben, um menschenverachtenden Entwicklungen Einhalt zu gebieten.

Wir wünschen uns mit Dir / Ihnen zu einer starken Gemeinschaft (community) zusammen zu wachsen, die sich den Herausforderungen unserer Zeit mutig und entschieden humanistisch stellt.

Um dieses langfristig angelegte Projekt umsetzen zu können sind wir auf Deine / Ihre Unterstützung angewiesen, denn die meisten Förderprogramme schließen die Anschaffung des benötigten Kleinbusses, von ihren Richtlinien her, aus.

»Grand Beauty on Tour« will unterschiedliche Kommunen bespielen, die aufgrund ihrer Größe und Lage im Hinblick auf kulturelle Teilhabe benachteiligt wirken. Es ist bewusst ein mobiles, bzw. aufsuchendes Projekt, um die Bewohner*innen der Kommunen direkt in ihrem Lebensumfeld anzusprechen und neugierig auf einen unmittelbaren Austausch mit den Schönheitsexpert*innen zu machen.

Zudem ist es unsere Antwort auf die Frage, wie wir unseren neuen Mitbürger*innen mehr Teilhabe und -nahme zuteil ermöglichen können. Durch Professionalisierungs-Workshops mit renommierten Expert*innen wollen wir die Möglichkeit bieten sich mit dem hiesigen Schönheitsvokabular vertraut zu machen und so das Spektrum ihrer Fähigkeiten zu erweitern. Die Kontakte in die Schönheitsindustrie sollen den Expert*innen den Zugang zum Arbeitsmarkt in Zukunft erleichtern.

Ein großes Problem ist, dass Rassismus in unserer Gesellschaft – besonders in spärlich besiedelten Gegenden – weitgehend unaufgearbeitet ist. Diesem Umstand wollen wir mit Interventionen, die das innerlich Schöne ansprechen und betonen, begegnen. Gleichzeitig regt das Projekt zur Reflexion über eigene und fremde Lebenswelten bzw. -konzepte an, motiviert durch individuelle Erkenntnisse zur Mitwirkung an der Gestaltung des Lebensumfeldes und hilft Vorurteile abzubauen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Unser nächster Schritt ist einen gut erhaltenen, gebrauchten Kleinbus (zB Sprinter mit großem Radstand) anzuschaffen, in dem sechs Personen Platz haben und der mit Hilfe eines Tischlers zum fahrenden Schönheitssalon ausgebaut wird. Zwei komfortable Behandlungsplätze samt schöner Spiegel, Schubladen und Vorrichtungen sollen auf der Ladefläche Platz haben. So dass wir unsere Utensilien, Klapp- und Liegestühle, Tische, Schüsseln und die Rezeption sicher transportieren und den Salon vor Ort um den Bus herum aufbauen können. Wir wollen dazu in der Lage sein überall dorthin zu reisen, wohin wir eingeladen werden – zunächst im ländlichen Raum Sachsens (2018), danach bundes- und auch EU-weit (ab 2019).

Wenn in deiner Garage ein geeigneter Bus steht für den Du keine Verwendung mehr hast, nimm gerne Kontakt mit uns auf via grand-beauty-on-tour(at)fraukefrech.de.

Wer steht hinter dem Projekt?

Das Vorläuferprojekt »Grand Beauty Salon« wurde als ein weltoffenes Atelier für Schönheit, in welchem Schönheitsexpert*innen mit und ohne Migrationshintergrund zusammen wirken unter der Künstlerischen Leitung von Frauke Frech 2014 gegründet. Bisher war der Salon nicht mobil, sondern im Augsburger Grandhotel Cosmopolis angesiedelt und trat punktuell in Aktion. Ausgewählte Interventionen: »Now or Never«, Sophiensaele Berlin; »Mehendi – No lifelong commitment, No artistic skills required«, Goethe Institut Bangalore; »Beauty Labor«, Jobcenter Augsburg; »Multi Million Beauties« und »Trust our Hands«, Münchner Kammerspiele.

Träger der Crowdfunding-Kampagne
Zwischenzeit e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der in Gesellschaft eingreift und mit künstlerischen Mitteln Veränderung im Sozialen Raum anregen möchte. Wir intervenieren im öffentlichen, privaten und institutionellen Raum – in Städten und im ländlichen Raum. Unser Spektrum umfasst künstlerische Äußerungen aller Art, interkulturelle Themen, Geschlechtergerechtigkeit als auch Menschenrechte.

Sponsor*innen
• Dr. Hauschka – ganzheitliche Naturkosmetik, Bad Boll
• Uslu Airlines – dekorative Kosmetik, Berlin