Projektübersicht

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„Ich glaube, man könnte alles tanzen, was man fühlt“. Dieser Ausspruch der Künstlerin Margarita Woloschin brachte uns auf die Idee, Geschichten mit Kindern nicht zu schreiben, sondern zu tanzen. Als Anthroposophische Gesellschaft NRW e.V. kennen wir die Bewegungsform Eurythmie sehr gut, doch an staatlichen Schulen wird sie nicht angeboten. Wäre es nicht gut, jedes Kind, ungeachtet seiner Herkunft und Sprachkompetenz könnten seine individuelle Geschichte allein mit seinem Körper erzählen?

Kategorie: Bildung
Stichworte: Gesundheit, Eurythmie, Sprachförderung, Integration, Tanz
Finanzierungs­zeitraum: 16.10.2018 20:00 Uhr
Realisierungs­zeitraum: Sommer 2019

Worum geht es in diesem Projekt?

Viele Kinder, die heute in unserer Gesellschaft mit uns leben, habe schreckliche Erfahrungen auf ihren Fluchtwegen machen müssen, oder leben sogar ohne Angehörige als unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit uns. Erlebtes, Erfahrenes, Erträumtes ruht in den Seelen der Kinder und oftmals findet es keinen Weg nach außen. So verdichten sich die Gefühle, Träume und Ängste in den Körpern der Kinder zu Perlen – kostbar und schillernd, aber doch auch fest im Inneren verschlossen. Eurythmie ist ein Weg, Erlebtes aus dem Inneren des Kindes an die Oberfläche zubringen.

Diese Geschichtenperlen wollen erzählt werden, auch um dem Kind einen Teil der Schwere zu nehmen und ihnen deutlich zu machen, dass sie nicht nur eine Last in sich tragen, sondern vielmehr einen Schatz, aus dem sie Wertvolles für ihr gesamtes Leben schöpfen können, haben sie es erst einmal in seiner ganzen Gestalt wahrgenommen. Eurythmie bietet die Möglichkeit, trotz Sprachbarrieren, die gleiche Sprache sprechen zu können und einen neuen Bezug zum gesprochenen Wort und zu Lauten zu finden.

Auch für Kinder ohne Fluchterfahrungen ist die Eurythmie ein Geschenk. Sie hilft bei der Steigerung der Konzentration. Eurythmie fördert die Selbstwahrnehmung der eigenen Körpersprache und schult die Achtsamkeit in der Interaktion mit der Gruppe.

Nicht zu vergessen, Bewegung macht einfach glücklich. Dabei sind die Choreografien keine Kopien von Tänzen, die man in Musikvideos sehen kann, sondern Bewegungen die aus dem Kind selbst heraus gegriffen werden. Die Kinder lernen auf ihr Gefühl und ihren Körper zu vertrauen und lernen sich so neu kennen.

Das Projekt Geschichtenperlen bekam im Jahr 2017 eine Anschubfinanzierung und es konnten 14 Kinder der Gerichtsschule in Witten (Staatliche Grundschule) an dem Projekt teilnehmen. Sie erarbeiteten eine Bühnenaufführung des Märchens "Rotkäppchen" der Brüder Grimm, das sie im Februar 2018 auf der Studiobühne "Roxy" im Wiesenviertel in Witten aufführten.

Für die teilnehmenden Kinder, die Pädagogen, Lehrer und Zuschauer war dies ein unglaubliches Erleben, das uns motiviert hat, das Projekt an weiteren staatlichen Grundschulen anzubieten. In Waldorfschulen und bereits in Waldorfkindergärten erleben die Kinder Eurythmie bereits seit dem Vorschulalter. Dies wollen wir auch Kindern in anderen Schulformen ermöglichen.

Das Projekt Geschichtenperlen soll pro Durchlauf (1 Schulhalbjahr) für 14-16 Kinder der Klassen 2. - 4. angeboten werden. Die Kinder treffen sich wöchentlich mit einem EurythmistenIN und einem SprachlehrerIN. Das individuell erarbeitete Stück wird mit einer oder mehreren Vorführungen enden.

Was sind die Ziele und wer die Zielgruppe?

Unser Ziel als Anthroposophische Gesellschaft NRW e.V. ist es, Eurythmie im Nachmittagsbereich des Schulangebotes (OGS/Offener Ganztag) als kontinuierliches Angebot zu etablieren.

Dies soll an 3 weiteren Schulen in Witten und im Bonner Raum stattfinden. Wir würden ab dem 2. Halbjahr 2019 in 4 Durchgängen somit ca. 60 SchülerInnen erreichen. Zudem sollen die einzelnen Gruppen von Studenten des Fachbereichs Eurythmie begleitet werden, die dann als Multiplikatoren geschult werden, um eigenständig weitere Projekte an Schulen durchzuführen.

Um das Projekt auf viele Jahre zu etablieren, wollen wir im März 2019 einen Antrag beim Land NRW stellen. Zudem bereiten wir einen Antrag an "Kultur macht stark" (BAMF - Bündnisse für Bildung). Zum diesem Zweck wollen wir das Projekt durch einen kleinen Film dokumentieren, der im März 2019 fertig werden soll. Wir wollen eine Vortragsreihe ausarbeiten, mit denen wir Eltern auf Elternabenden informieren können und eine Broschüre erstellen und drucken, die wir an Grundschulen in NRW versenden wollen.

Warum sollte man dieses Projekt unterstützen?

Durch unsere Erfahrung in der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen in den unterschiedlichsten Projekten (Workshops, Lesungen, Kunst - und Kulturprojekten) und durch die Endrücke aus den Lebensfeldern der Waldorfpädagogik und den Erfahrungen in der Arbeit mit geflüchteten Menschen, besonders Kindern und Jugendlichen, suchten wir Formen, in denen Kinder kindgerecht ihre Kompetenzen entdecken und fördern können. In den letzten Jahren hat sich die Lebenswelt von Kindern stark verändert hat. Dazu tragen viele Faktoren bei: Leistungsdruck in der Schule, ein breites Angebot digitaler Medien, die Auflösung von Großfamilien, die eine Betreuungsstruktur gewährleisten. Zudem die Bedrohung von Kinderarmut, verliert ein Elternteil die Arbeit oder trennen sich die Eltern. Zu all dem kommen Kinder auf Fluchtwegen zu uns, voll von Erlebnissen, für die sie Raum, Zeit und aufmerksame Zuwendung benötigen. Und ihre Geschichten erreichen auch die Lebenswelt ihrer Mitschüler, Nachbarskinder, die sich plötzlich mit Krieg, Vertreibung und grausamen Verbrechen konfrontiert sehen. Zudem fehlt Kindern oft die Zeit und der Raum, sich selbst wahrzunehmen, zu sein wie sie sind. Die Popkultur zeigt ihnen oftmals Vorbilder, die aus Kindern, kleine Erwachsene machen, in Erwachsenenlebenswelten.
Geschichtenperlen versucht einen Impuls in die andere Richtung zu zeigen. Kinder können Kind sein. Sie können ihren Körper in aus sich selbst kommenden Bewegungen kennen lernen. Sie entspannen, sie werden kreativ. Für mich ist das schönste Geschenk, das losgelöste Lachen eines Kindes. Wenn Sie das Projekt unterstützen, können Sie dieses Gefühl in den Kindern, diese Freude ermöglichen.

Was passiert mit dem Geld bei erfolgreicher Finanzierung?

Mit dem Geld wollen wir eine Koordinationsstelle im Kulturhaus Oskar in Bochum, angegliedert an die Anthroposophische Gesellschaft NRW e.V,, schaffen. Diese ist wichtig, um Schulen zu kontaktieren, Termine für die Elternabende zu vereinbaren, Eurythmisten vor Ort als Projektpartner zu vermitteln, Informationen zugänglich zu machen. Dafür planen wir 4 Monaten ein. Bis zum Schulhalbjahresbeginn im Januar 2019 sollte alles Organisatorisches geregelt sein - gern würden wir dafür eine 450 € Stelle einrichten.

Ab Januar 2019 soll es an 4 Schulen Projekte geben, die durch jeweils 2 Eurythmisten begleitet werden. Die Kinder treffen sich an ca. 13 Terminen zu 1,5 Zeitstunden, dafür brauchen wir ca. 4.700 € an Honorarkosten und Geld für Material, Kostüme, Schminke.

Zudem soll es eine Broschüre und einen Film geben, die mit ca. 1.500 € dazukommen.

Das sind Gesamtkosten in Höhe von ca. 8.200 €. 3000 € haben wir durch den Eurythmiefonds NRW und die Damus-Donata e.V. erhalten, den Rest der Summe versuchen wir durch dieses Crowdfunding zusammenzubekommen. Unser langfristiges Ziel dabei ist es, das Projekt durch Landesmittel zu finanzieren wie ähnliche Angebote an Grundschulen auch. Dazu ist es wichtig, Eurythmie außerhalb des waldorfpädagogischen Kontextes bekannt zu machen.

Wer steht hinter dem Projekt?

Melanie Hoessel, Mitarbeiterin der Anthroposophischen Gesellschaft NRW e.V.. Zuständig für die Planung und Realisierung von Seminaren, Workshops und Angeboten für Jugendliche und Kinder im Kulturhaus Oskar in Bochum und der Peripherie.

Veronika Barth, Eurythmielehrerin aus Wetter und Projektmitglied im ersten Durchlauf an der Gerichtsschule in Witten.

Yunus Hannesen, Student der Eurythmie / Institut für Waldorfpädagogik Witten/Annen.

Felina Gust, Filmemacherin aus Witten, die das Projekt begleiten wird und für die Öffentlichkeitsarbeit Foto- und Filmaufnahmen macht.